Nüchtern Training? All gains are gone? Bringt es was?

Nüchtern trainieren heißt nichts anderes, als das man ohne vorherige Nährstoffzufuhr ins Training startet. 

Bedeutet das nicht Muskelabbau? Eigentlich nicht, nein. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man in den 8/9 Stunden Schlaf, den die meisten hier haben werden, komplett ALLE Nährstoffe verbraucht und der Körper schon halb verhungert ist. Die Glykogenspeicher werden vielleicht nicht zu 100% voll sein, aber zumindest noch gut gefüllt, weshalb es daran eigentlich nicht scheitern sollte. Wem das nicht reicht, der kann ja eine halbe Banane oder einen Whey Shake oder aber BCAAs konsumieren. Man sollte nur bedenken, dass man dann nicht mehr „komplett“ nüchtern ist.

Bringt es denn was? Das kommt immer drauf an. Viele Menschen können sich gar nicht damit anfreuenden, morgens trainieren zu gehen, ohne etwas gegessen zu haben. Einigen wird übel, schwindelig und sie fühlen sich einfach unwohl. Dann sollte man wohl eher auf das Training am frühen morgen verzichten, da es wohl auch nichts bringen wird. Andere wiederum fühlen sich morgens schon bereit für’s Training – die können dann enorm von dem komplett anderen Leistungsgefühl profitieren.

Das Training morgens ist im Grunde genommen eine Gewöhnungssache. Die ersten Male fällt es einem unheimlich schwer und man fragt sich eigentlich, was man da gerade tut. Aber das geht schnell vorüber. Oft passt es mir aber zum Beispiel besser, vor der Uni zu trainieren (was soll man auch sonst machen, wenn man erst um 22 Uhr oder später nach Hause kommt).

Hat es denn abgesehen von eventuell zeitlichen Vorzügen noch anderes zu bieten? Generell finde ich, dass man auf nüchternen Magen leistungsfähiger ist, weil der Körper eine ganz andere Bereitschaft zur Energieproduktion hat und er nicht damit beschäftigt ist, irgendetwas zu verdauen und aufzuspalten. Gehörst du eher zur Fraktion „morgens komme ich nüchtern nicht mal bis ins Auto“, wirst du die Meinung eher nicht teilen. Allerdings ist morgendlicher Sport ja auch kein muss.

Ein für mich enormer Vorteil ist das Carb Backloading. Nach dem Training kann man schön mit vielen Kohlenhydraten frühstücken, die dann für Regeneration und neue Energie eingespeist werden. Bei der ersten Mahlzeit ist euere Insulin-Empfindlichkeit nämlich am höchsten. Und was ist Insulin? EIn annaboles (=aufbauendes) Hormon, das man möglichst versuchen sollte, für sich einzunehmen. Wieso also nicht diesen außerordentlich geilen Effekt nutzen, morgens trainieren gehen, den ganzen Tag noch vor sich haben und verbesserte Insulin-Empfindlichkeit für den Muskelaufbau nutzen?

Unter dem Aspekt Fettverbrennung muss ich euch allerdings  enttäuschen. Da hat es nämlich keinerlei Vorteile. Es kommt im Grunde darauf an, wie viele Kalorien man am Tag bzw. in der Woche verbrennt. Zu sagen, dass man dadurch mehr abnehme, ist also leider trotzdem nicht möglich. Man kann genau so gut abends trainieren. Wenn man die gleiche Anzahl an Kalorien verbrennt, wird es keinen Unterschied machen. Und der Körper verbrennt morgens nicht plötzlich 3 Kalorien mehr für eine Kniebeuge, als abends.
Zusammengefasst hier noch mal die wichtigsten Punkte:

Pro: 

  1. bessere Insulin-Empfindlichkeit und die damit verknüpften Vorteile (Muskelglykogen, Regeneration)
  2. bessere Leistung
  3. zeitliche Vorteile

Contra

  1. oft wird einem übel / man fühlt sich nicht gut
  2. keine Vorteile für die Fettverbrennung

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