Low Fat vs. Low Carb

Oft sind Kohlenhydrate als „Dickmacher“ verteufelt. Viele lassen sie am Abend durch „Schlank im Schlaf“ oder sonstige Prinzipien weg, andere fahren ganztägig low carb und verzichten damit auf Reis, Nudeln, Brot und Co.

  1. angenommen, ihr seid im Kalorienüberschuss
    Dann macht es mehr Sinn, auf Low Fat umzusteigen. Aber warum? Weil Studien belegt haben, dass es für den Körper schwieriger ist, als angenommen, Kohlenhydrate in Körperfett umzuwandeln. Hingegen kann Fett relativ einfach in Körperfett transformiert werden. Da wir jedoch Muskulatur, und nicht Fett, aufbauen wollen, macht Low Fat in dieser Hinsicht mehr Sinn für einen möglichst mageren Aufbau.
    Weiterhin gelten Kohlenhydrate als Kraftpakete. Und ganz ehrlich: jeder, der schon mal Low Carb gefahren ist, weiß, dass es stimmt. Natürlich fängt der Körper nach einiger Zeit an, aus Fetten und Eiweißen selbst Kohlenhydrate „zu bauen“, damit das Hirn, welches auf Glucose angewiesen ist, weiterhin arbeiten kann – jedoch gibt uns das nicht wirklich die nötige Kraft.
    Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass man sich einfach besser fühlt – nicht nur, weil man mehr Kraft im Training & Alltag hat, sondern auch, weil man besser aussieht. Der Effekt von flachen Muskeln durch das fehlende Muskelglykogen demotiviert einen. Man sieht einfach nicht gut, nicht gesund aus. Und was hat man davon, wenn man sich nicht gut fühlt? Nichts.
  2. angenommen, ihr seid im Defizit – wollt also eine Diät machen
    Low Carb wird oft damit beworben, effizienter zu sein, da man dadurch mehr Fett verlieren würde – denn der Körper muss ja ebenso Energie aufwenden, um sich Kohlenhydrate „zu bauen“. In Wirklichkeit ist dieser Effekt aber fast gar nicht existent, also verschwindend gering.
    Außerdem ist es in einer Low Carb Diät extrem schwierig, seine Ballaststoffe „reinzubekommen“. Warum Ballaststoffe wichtig sind, könnt ihr hier lesen.
    Dann wäre noch anzumerken, dass uns ja, wie oben bereits beschrieben, die nötige Energie fehlt, um im Training wirklich alles zu geben. In einem Defizit wird man nie wirklich vor Freude rumspringen, sondern ist generell eher geschlaucht und empfindet alles etwas anstrengender als sonst. Warum also dann noch den Hauptenergie-Lieferanten weglassen?
    Generell wollen wir natürlich so wenig Muskulatur wie nur eben möglich verlieren, denn Muskulatur bedeutet mehr Kalorien, die selbst beim bloßen Sitzen verbraucht werden. Viele denken sich dann, es sei doch sinnvoll, extreme Mengen an Protein zu essen – denn woraus bestehen Muskeln? Protein. Allerdings werdet ihr selbst bei solch hohen Mengen wie bspw. 4g pro KG Muskulatur abbauen, wenn ihr nicht ordentlich trainiert! Der Körper ist sowieso im Stress durch die Diät und wird es euch nicht damit danken, die Muskulatur unberührt zu lassen. Wenn er sie nicht regelmäßig benötigt, wird sie gnadenlos vernichtet. Warum sollte er etwas aufrecht erhalten, was ihm doch kostbare Energie raubt? Der Schlüssel zum minimalen Muskelabbau wäre also: hartes Training, wo wir wieder bei der Kraft wären..

Ihr seht: Es dreht sich alles im Kreis, da jeder Aspekt irgendwie miteinander zusammenhängt. Generell muss natürlich jeder seinen eigenen Weg finden – für den einen funktioniert Low Carb prima, weil er vielleicht auch nur etwas übergewichtig ist und generell erst mal abnehmen möchte – der andere kann sich ein Leben ohne Kohlenhydrate gar nicht vorstellen… Man muss alles immer an seine persönlichen Ziele anpassen. Und wie schon so oft gesagt: Probieren geht über studieren. Testet es selbst, findet heraus, ob es für EUCH passt – denn es gibt keine Anleitung, die für jeden klappt (wird zwar oft teuer verkauft, gibt es aber nicht). Wenn jeder Mensch 1:1 gleich funktionieren würde, dann wäre Evolution ja nichtig..

Fazit: Viele Wege führen nach Rom. In der Diät geht es also prinzipiell, wie bereits einmal hier erwähnt, darum, ein Kaloriendefizit zu fahren.

Ein Gedanke zu “Low Fat vs. Low Carb

  1. Danke für diesen leicht verständlichen Beitrag!
    Ich habe meine Diät nun eigentlich beendet und starte jetzt mit irgendwas zwischen Erhalt und Aufbau. Habe mir während der Diät eine seeehr fettarme Ernährung angewöhnt und vertrage nun auch keine größeren Mengen an Fett mehr.
    Gleichzeitig fällt es mir schwer mich daran zu gewöhnen nicht mehr weiter abnehmen zu müssen (schwer zu erklären… man muss irgendwie die Diät ausschleichen lassen, es ist ja irgendwie zur Gewohntheit geworden im Defizit zu essen)
    Vielleicht gönne ich mir dankk Deinem Beitrag heute Abend beim Italiener mal die hausgemachten Nudeln, statt wieder nach gedünstetem Gemüse zum Fisch zu fragen 🙂

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