Food-Fotografie Teil 2: Die richtigen Kamera-Einstellungen

Raus aus dem Automatik-Modus – rein in‘s Vergnügen! Glaubt mir, stellt bitte (sofern nicht bereits geschehen) den Modus eurer Kamera SOFORT um. Gebt euch nicht mit dem Automatik-Modus ab. Der ist einfach nichts für Fotografen, sondern maximal etwas für Menschen, die ein Touri Foto nach dem nächsten schießen und selbst die haben mehr Ahnung von ihrer Kamera als ich damals 😁eine Tonne an Bildern, die im Automatikmodus geschossen wurden. Bereit für die MÜLLtonne, denn viel besseres als Müll ist nicht dabei herum gekommen. Wisst ihr, wie oft ich mich geärgert habe, dass die Kamera nicht dort fokussiert, wo ich es wollte? Ich aber gar keine Ahnung hatte, wie ich das ändern könnte? Weil ich auch nicht die Muße hatte, mich mit meiner Kamera zu beschäftigen. Ich bin ehrlich, ich dachte mir „hä? Wozu denn auch?“ und war dann jedes Mal enttäuscht, wenn‘s wieder nicht geklappt hatte. Seid ihr bereit, eure Fotografie aufs nächste Level zu bringen?

best vegan pancakes

ISO 100 | F4.5 | 1/20 mit künstlichem Licht von rechts, 22:30 abends

Zugegeben, dieser Beitrag ist für Anfänger besonders gut geeignet. Profis / Fortgeschrittene werden alles schon wissen. Aber schließlich folgen mir sehr viele Menschen, die ihre Kamera noch kennenlernen und die möchte ich nicht ausschließen, sondern gemeinsam auf ein Level bringen, von dem sie profitieren können. Seid ihr bereit? Anschnallen, los geht’s!

Oh ja, was für eine leidige Odyssee. Tabitha und der Automatikmodus. So oder so ähnlich könnte das nächste Drama heißen. Den (metaphorischen) Arschtritt gab es von meinem Papa – danke, Papa! – der wirklich lange (hab ich mal gesagt, dass ich ein übertriebener Sturkopf bin?) versucht hatte, mir den manuellen Modus nahezulegen. Beim Mittagessen warf er gekonnt mit Dingen wie „Blende“, „Belichtungszeit“, „ISO“ und weiteren ominösen Begriffen herum und erntete… ein Augenrollen. Papa, das liebst du doch so! Nein, tut er nicht. Er hasst es und beschwert sich jedes Mal. 😀

Gugelhupf klein

Manueller Modus? Aber das würde doch Arbeit bedeuten? Denn schließlich weiß ich nicht, wofür diese „F3.5“ oder „1/50“ stehen. Klang für mich wie eine Fremdsprache, der ich mich nicht widmen wollte. Weg mit deiner „Blende“, deinem „ISO“ und anderen komischen Freunden, Papa… Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer und in wenigen Sätzen erklärt: 

Ihr steuert euer Bild über drei Werte: den ISO, die Belichtungszeit und die Brennweite. Klingt immer noch chinesisch, oder?


Der ISO bestimmt grob gesagt die Qualität des Fotos. Den ISO solltet ihr versuchen, möglichst niedrig zu halten. Meine Fotos entstehen zum größten Teil bei ISO 100-200. Abstriche muss man machen, wenn es trotz jeglichen Einstellungen zu dunkel ist & man zum Beispiel bei kurzer Belichtungszeit fotografieren will, um einen bestimmten Moment einzufangen. Dann hat man keine andere Wahl, aber für‘s erste: runter damit! 

Der „F-Wert“ ist hier kein statistisches Ungetüm, das die Signifikanz bestimmter Hypothesen testen lässt, sondern die Angabe der Brennweite. Je geringer dieser Wert ist (also zum Beispiel F2.8), desto unschärfer werden Vorder- und Hintergrund. Je höher dieser Wert ist, desto schärfer wird das Foto. Ich fotografiere meist bei F4.5 oder F5.0.

Aber der Bruch.. das ist doch jetzt Mathe? Ja, fast. 1/50 gibt an, dass die Blende 1/50 Sekunde geöffnet ist. Sie gibt also die Belichtungszeit an. Je geringer die Belichtungszeit ist (also 1/20 < 1/50), desto länger wird belichtet. Bei 1/20 bleibt die Blende also länger geöffnet als bei 1/50, weshalb ihr bei solchen Werten ein Stativ benutzen solltet. Es gilt: fotografiert man mit einem 50mm Objektiv, sollte man nicht unter 1/50 Sekunde aus der Hand fotografieren. Bei einem 100mm Objektiv nicht unter 1/100 Sekunde.

Diese Werte gehen Hand in Hand, denn wenn ihr den ISO und die Brennweite festgelegt habt, müsst ihr mit der Belichtungszeit für die optimale Belichtung des Bildes sorgen. Bei meiner Kamera lassen sich diese Werte beispielsweise an kleinen Rädchen verstellen. Drehe ich das Rad für die Brennweite jetzt um eines nach oben, muss ich die Belichtungszeit ebenfalls um eine Position verschieben, um wieder zur gleichen Belichtung wie zuvor zu kommen. Habe ich keine Wahl und kann die Belichtungszeit nicht ändern oder möchte dies aus einem bestimmten Grund nicht (z. B. kein Stativ zur Hand), dann muss ich die fehlende Lichteinstrahlung durch die Erhöhung des ISO-Wertes kompensieren.

Schokotorte

Hier ein Beispiel:
ISO 100 – F2.8 – 1/50 | das sind nun die Werte, die ich bei meiner Kamera eingestellt habe. Diese Werte lassen sich nun zum Beispiel so verstellen, dass ich auf folgendes komme:
ISO 100 – F3.2 – 1/50 | Ich habe die Brennweite also hoch geregelt und lasse das Bild dadurch in Vorder- und Hintergrund schärfer werden. Dadurch wird das Bild jedoch auch dunkler. Ich habe also zwei Möglichkeiten: Ich stelle die Belichtungszeit hoch (also erhöhe die Zeit, in der die Blende geöffnet ist), auf 1/40 Sekunde oder ich erhöhe den ISO auf 200. Dann hätten wir die gleichen Lichtverhältnisse wie bei dem ersten Beispiel.

Nun betrachten wir noch folgendes Beispiel:
Es ist dunkel (z. B. später Nachmittag). Ihr wollt ein bewegtes Bild (z. B. herunterfallendes Müsli) fotografieren und müsst dazu die Belichtungszeit sehr niedrig halten. Das bedeutet, dass eure Kamera schnell auslöst, damit der Moment des Fallens eingefangen werden kann.
ISO 100 – F3.2 – 1/100 | Wie wir gelernt haben, ist das Bild nun anders belichtet. Durch die kürzere Belichtungszeit wird das Bild dunkler, da der Kamera weniger Zeit zur Verfügung steht, das Licht einfallen zu lassen. Logisch, oder? Deshalb müssen wir das fehlende Licht kompensieren. An der Brennweite („F-Wert“) lässt sich nicht mehr viel verstellen, denn um das Bild zu erhellen müssten wir den Wert verringern. Also bleibt uns nur die Möglichkeit, den ISO zu erhöhen. Natürlich nimmt man dadurch Qualitätsabstriche in Kauf, jedoch sollte das bei den meisten Kameras keine großen Probleme hervorrufen. Meine Kamera ist beispielsweise bis zu sehr sehr hohen ISO Werten immer noch super und macht ein herrliches Foto.

Danke für’s Dabeisein & bis zum nächsten Mal!

die besten Pancakes

Liebst,
eure Tabbi 💙

4 Gedanken zu “Food-Fotografie Teil 2: Die richtigen Kamera-Einstellungen

  1. Hi! Deine Food-Fotografie Reihe gefällt echt super gut! Fang gerade selbst mit meinen Blog an und diese Tipps sind wirklich hilfreich, vielen Dank! 🙂 – durch die anderen Beiträge werde ich mich auch noch lesen und mir Tipps holen und fürs nächste Mal versuche ich mich am manuellen Modus 🙂
    Ganz liebe Grüße ❤

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